Kapitalismus abschaffen – her mit dem schönen Leben!
Und täglich grüßt…
…morgens um 6.30 Uhr der Wecker. Los geht’s… Ab jetzt heißt es funktionieren, gehorchen und möglichst angepasst sein. Das erste, was dich in der Schule erwartet ist ein Anschiss von deiner Lehrkraft, weil du mal wieder fünf Minuten zu spät bist, deine Hausaufgaben vergessen hast oder deine letzten „Leistungen“ unter dem Klassendurchschnitt lagen. Das Maul aufzumachen bringt es auch nicht. Aus deiner Klasse würde dir sowieso kaum jemand helfen und selbst wenn, seid ihr der Lehrkraft gegenüber quasi machtlos.
Viel besser wird das Ganze nach Schulschluss dann auch nicht…
Wegen der schlechten Noten gibt es erstmal Ärger mit den Eltern und der Großteil deiner angeblichen Freizeit geht für die Hausaufgaben drauf. Und falls dir danach doch noch ein wenig Zeit bleibt, wird schnell klar, was Freizeit bedeutet: viel zu hoher Eintritt, teure Getränke und Plastikpopkultur. Wenn du stattdessen gezwungenermaßen auf öffentliche Plätze und Parks ausweichst, macht dir die Polizei schneller als du denkst einen Strich durch die Rechnung und es hagelt Platzverweise oder sogar Anzeigen. Zum Kotzen das Ganze! Das kann doch nicht alles sein. Da kriegt mensch doch die Krise.
Lernen – wofür?
Selbstverständlich kommt der ganze Mist nicht von ungefähr – unveränderbar ist er schon gar nicht. Leistungsdruck, Anpassungszwang und Wettbewerbsdenken haben System. Schon von frühester Kindheit an müssen wir uns in vorgegebene Formen pressen lassen, um den Rollen und Aufgaben in unserem späterem Leben gerecht zu werden. Während dir auf der einen Seiten abverlangt wird, dein Leben nach Karriere auszurichten, bleibt auf der anderen für ein selbstbestimmtes Ausleben deiner Interessen kein Platz mehr.
Wieso auch? Wir sollen nicht als eigenständig denkende Menschen von der Schule gehen, sondern als funktionstüchtige Arbeitskräfte. Es geht nicht darum Lerninhalte wirklich zu verstehen, sondern darum, auswendig Gelerntes in möglichst kurzer Zeit unter Druck wiedergeben zu können. Ob hierbei der Stoff wirklich verinnerlicht wird, ist zweitrangig. Ebenso sollen wir im späteren Leben effektiv, schnell und unter Druck arbeiten. Ganz nach dem Motto „Zeit ist Geld“.
Was wir eigentlich machen bzw. wofür wir überhaupt lernen, sollen wir nicht hinterfragen. Wer schon in der Schule gelernt hat Befehle auszuführen, wird auch im Beruf dem/der ArbeitgeberIn keine unangenehmen Fragen nach „warum und wieso“ stellen.
Auch wird uns permanent eingetrichtert, dass Erfolg in der Schule mit Erfolg bei der Jobsuche – sprich mit einem erfolgreichen Leben – gleichzusetzen ist. Und schulischer Erfolg heißt eben besser zu sein als andere. Statt der gemeinsamen Auseinandersetzung mit Themen, werden leistungsorientierte EinzelkämpferInnen mit Durchsetzungsvermögen gefördert und belohnt.
Das System braucht rücksichtslose EgoistInnen mit ausgeprägtem Konkurrenzdenken und keine solidarischen Menschen (für weitere Infos siehe Blog: 1mai.blogsport.de).
Dass es in der Schule ausschließlich um die möglichst schnelle Ausbildung von Arbeitskräften geht, zeigt wohl am deutlichsten die Einführung des achtjährigen Gymnasiums (G8).
Für die hiervon betroffenen SchülerInnen bedeutet dies: mehr Leistungsdruck, noch weniger Freizeit (15-20% mehr Unterricht) und daraus folgen schlechtere Noten. Ist ja auch kein Wunder bei genau soviel Lernstoff und einem Jahr weniger Zeit.
Doch wir haben keinen Bock darauf in Kategorien, wie Verwertbarkeit und Nutzen für die Wirtschaft, eingeteilt zu werden!
Wir wollen selbst bestimmen, was und wie wir lernen. Wir wollen diese Inhalte kritisch reflektieren können, statt uns der Profitlogik – dem Zwang Gewinn zu machen – zu unterwerfen, nach der wir unser ganzes Leben ausrichten sollen.
Das ist in diesem System, welches auf Ausbeutung und Unterdrückung basiert jedoch nicht möglich.
Unsere Antwort auf eure Scheiße
Seit Ende letzten Jahres ist die Finanz- bzw. Wirtschaftskrise in aller Munde. Während jahrelang Gewinne eingefahren wurden und diese nur einigen wenigen zugänglich waren, sollen die Verluste nun von der Allgemeinheit getragen werden. Um Wirtschaftshilfen und Unterstützungen für einzelne Unternehmen finanzieren zu können, müssen zwangsläufig weitere Kürzungen von Sozialleistungen folgen, so zum Beispiel im Bildungsbereich.
Dies wird die oben schon erwähnten Probleme weiter verschärfen. Doch während Spitzenpolitiker wie Merkel und Sarkozy nun eine „Neugründung des Kapitalismus“ fordern und die Schuld an der Krise einigen wenigen „gierigen“ ManagerInnen in die Schuhe schieben wollen, mehren sich die Stimmen derer, die den Kapitalismus als Ganzes in Frage stellen. Denn es gibt weder einen „guten“ Kapitalismus, noch ist die jetzige Krise das Ergebnis der Gier Einzelner. Die wahre Krise ist der Kapitalismus selbst.
Der Kapitalismus lebt von Gewinnmaximierung und dem Streben nach Profit und wenn das früher oder später mal in die Hose geht, wie auch bei der jetzigen Krise, dann ist das nicht zufällig, sondern zwangsläufig.
Kapitalismus bedeutet Ausbeutung, Unterdrückung und Krisen ohne Ende (warum das so ist? siehe Blog: 1mai.blogsport.de).
Doch immer mehr Menschen erteilen diesem unmenschlichen System eine ganz klare Absage. Der Widerstand wächst.
In Griechenland gingen vor ein paar Monaten zehntausende junge Menschen auf die Straße und forderten einen radikalen Bruch mit den unerträglichen herrschenden Verhältnissen. Sie besetzten Schulen, Universitäten und Rathäuser und versuchten dort eine Alternative zu unserer jetzigen Gesellschaft aufzubauen und zu etablieren. Auch wenn die tägliche Berichterstattung aufgehört hat, der Aufstand hält an: Viele dieser alternativen Projekte existieren weiter und noch immer verleihen Jugendliche durch Demonstrationen und Besetzungen ihrem Unmut Ausdruck.
Doch nicht nur in Griechenland ist die Bevölkerung mit den herrschenden Verhältnissen unzufrieden. So fand in Frankreich bereits der zweite Generalstreik im Jahr 2009 statt. Auf Guadeloupe gab es wochenlange Massenproteste gegen koloniale Ungleichheit und Armut, während sich auch in vielen anderen Ländern des „globalen Südens“ Hungerrevolten ausbreiten. Auch in Deutschland demonstrierten Ende März zehntausende Menschen.
Und auch wir kämpfen gegen dieses System der Konkurrenz, des Leistungsdrucks, der Armut und der Herrschaft des Menschen über den Menschen. Wir wollen uns nicht länger nach Herkunft, Geschlecht, Schulabschluss, Sexualität, sozialem Stand usw. einteilen lassen. Kämpfen wir doch stattdessen gemeinsam für eine Welt jenseits des Kapitalismus! Unsere Antwort heißt soziale Revolution.
Deshalb heraus zum revolutionären 1.Mai in Nürnberg!
Kapitalismus abschaffen!
Her mit dem schönen Leben!
Für die soziale Revolution!


